HyperUniversity on the horizon
Die globale Vernetzung trägt Früchte. US Elite-Universitäten machen ein Teil ihrer Studienangebote weltweit zugänglich. Bisher hatte schon das renommierte „Massachusetts Institute of Technology“ (M.I.T) Vorlesungen ins Netz gestellt Nun könnte sich eine Kooperation mit Harvard zu einem „Grand Attractor“ im weltweiten Hochschulangebot entwickeln:
www.edxonline.org oder kurz edX
edX ist ein aktives Projekt und wird im Herbst diesen Jahres seinen akademischen Betrieb aufnehmen. Für die Teilnahme an den Lehrveranstaltungen werden Prüfungs-Bescheinigungen für diverse Studieninhalte ausgestellt. Da sie aber keine offiziellen „Scheine“ des MIT oder Harvards darstellen, kann in ihnen nicht mehr als eine Art technisches Propädeutikum für edX oder andere Unis gesehen werden.
Nur eine Erweiterung des bestehenden OFF-Line Studienbetriebs...?
Susan Hockfield, die Präsidentin des MIT, betont, dass das gemeinsame Projekt mit Harvard nur eine Erweiterung des bestehenden Off-Line Studiums sei, " …EdX is designed to improve, not replace, the campus experience.” http://www.edxonline.org/release.html.
Dennoch bedeutet dieses Online-Studium an der edX einen erheblichen Zeitaufwand, der sich auch für alle Begeisterten in irgendeiner Form rentieren muss. So ist à la longue zu erwarten, dass sich die Vielzahl der durch Bescheinigungen Qualifizierten auf die eine oder andere Art Gehör und echte akademische Anerkennung verschaffen möchte.
Herausforderung an den universitären Rest der Welt
Klärung bedarf ebenfalls, wie die anderen Universitäten mit den Bescheinigungen und vor allem mit diesem neuen Wettbewerber umgehen. Dies betrifft unmittelbar den US-Markt, aber auch konkurrierende Universitäten auf den anderen Kontinenten – auch die europäischen, auch die deutschen.
Offenbar wird aber schon eine neue Dimension. Lebten in der Vergangenheit die Spitzen-Universitäten im Besonderen in den USA davon, dass entweder wirtschaftliche Eliten ihren Nachwuchs gegen entsprechende Gebühren auf die Campus schickten, oder ein Auswahlverfahren den Besten Stipendien in Aussicht stellte, so scheint sich über die Online-Uni die Jagd im Falle der Letzteren nun über alle Landesgrenzen hinweg auszudehnen – vorläufig noch kostenlos.
Mit diesem ersten Schritt werden die angebotenen Kurse wohl eher von den technischen Fakultäten kommen. Doch schon wird über die Ausweitung auf geisteswissenschaftliche Fächer nachgedacht oder sie sind sogar schon in Vorbereitung.